Mesembryanthemum Crystallinum: Die Sodapflanze Mesembryanthemum Crystallinum: Die Sodapflanze

Transparent und fair Wirtschaften

 

Zeit ist die Grundlage unserer Kalkulation, die Grundlage unserer Abrechnung mit den Patienten und der Entlohnung unserer MitarbeiterInnen. Folgende Gründe gibt es dafür:
Unsere Patienten und ihre Angehörigen wollen einerseits wissen, wie lange wir bei ihnen sein können, die Mitarbeiter haben andererseits Verträge die Arbeitszeiten beinhalten, aus dem Grund ist es nötig, den Faktor Zeit ernst zu nehmen. Im krassen Gegensatz dazu stehen die Kostenträger, die sich um Zeit keine Gedanken machen, sondern Fallpauschalen zu Abrechnung anbieten. Für uns ein Grund mehr, auf den Faktor Zeit zu setzen, denn dadurch wird verhindert, dass das Pauschalensystem durch Akkordarbeit missbraucht wird (z.B. Bezahlung der Mitarbeiter nach getanen Leistungskomplexen).
Aus unserem anthroposophischen Hintergrund heraus wollen wir mit allen am Pflegeprozess beteiligten Menschen fair, offen und ehrlich umgehen. Die Patienten sollen etwas von der Pflege haben, es soll eine heilsame Beziehung bei der Pflege entstehen können, dafür braucht es genug Zeit. Die MitarbeiterInnen sollen ihrem Bedürfnis eine echte pflegerische Hilfestellung zu geben, gerecht werden können. Dafür braucht es einen klaren Zeitrahmen, der es ermöglicht, sich für den Betreuten zu öffnen, seinen individuellen Ansprüchen gerecht zu werden und ihn nach der Pflege mit gutem Gewissen in seiner Situation belassen zu können. Aus diesem Grund fixieren wir nach der Aufnahme eines neuen Patienten vertraglich mit ihm einen festen Zeitrahmen für unsere Besuche. Dies findet sich eins zu eins in den Einsatzplänen der MitarbeiterInnen wieder.
So haben wir die Gewähr, dass Patienten von Anfang an nachhaltig und gut, ihren Bedürfnissen entsprechend versorgt werden. Darüber hinaus werden die Zeiten, die von Patienten „verbraucht" wurden, dem Mitarbeiter, der dort seine Dienstleistung erbracht hat als Arbeitszeit gutgeschrieben. Es geht in diesem System keine Zeit verloren durch allzu langsames Arbeiten, gleichzeitig kann auch nichts eingespart werden, durch allzu schnelles Arbeiten. Schließlich haben wir auch die Gewähr, dass wir das vom Patienten bezahlt bekommen, was wir an Arbeitsleistung erbracht haben. Der Aufwand wird genau dort beglichen wo er entsteht, so wie das für eine nachvollziehbare und transparente Kostenrechnung üblich ist, ohne interne undurchsichtige Transfers.

Dieses System ist nicht nur fair und transparent, sondern auch in sich konsequent und klar. Es kann sehr flexibel und schnell auf sich ändernde Umstände eingehen und das ist für die Pflege unabdingbar. Wenn sich Situationen bei den Betreuten ändern, mehr oder weniger Zeit gebraucht wird, dann wird das sofort sichtbar. Die Pflegeleitung wird von den MitarbeiterInnen informiert, die dann wiederum mit denPatienten und ihre Angehörigen in neue Verhandlungen
tritt, um den tatsächlichen Bedarf des Patienten in diesem Moment abzubilden. So arbeiten wir nie auf Kosten der Patienten aber auch nie auf Kosten der MitarbeiterInnen, trotz ständiger Schwankungen.

Würden wir z.B. einer Morgenrunde einen festen Zeitrahmen von 6 Stunden zuordnen, so wäre es möglich, dass viel weniger gepflegt wird, oder weitaus zeitintensiver als möglich und für-einander damit in die roten Zahlen geriet. Um das zu vermeiden würde die Pflegeleitung wahrscheinlich schon vorher immer versuchen die Tour so zu füllen, dass auf keinen Fall ein Minus eintritt, d.h. man würde von Haus aus „überbuchen". Das ginge entweder zu Lasten der Patienten, da die Mitarbeiter versuchen würden in den 6 Stunden fertig zu sein, oder zu Lasten der Mitarbeiter, die dann eventuelle Mehrarbeit über die 6 Stunden nicht vergütet bekämen. Ein solches System wäre nicht in der Lage flexibel auf Schwankungen der Bedürfnislage der Patienten einzugehen, bzw. größere Pflegebedarfe rechtzeitig transparent werden zu lassen. Die Mitarbei-terInnen wären lange Zeit vor Ort mit dem Problem alleine gelassen. Dieses System wäre auch nicht in der Lage den individuellen Geschwindigkeiten der Patienten und Mitarbeiter, die real existieren, gerecht zu werden. Es gäbe keine Transparenz mehr, eine nachhaltige und fair 8-Stundentour wäre nicht die Regel sondern Zufall, Schwankungen gingen voll auf Kosten von Patienten oder Mitarbeitern und der Stressfaktur für alle Beteiligten würde um einiges größer werden.

Wir glauben an einem bewussten Umgang mit dem Thema „Zeit" kommen wir alle nicht vorbei, auch wenn es in der Branche nicht üblich ist darüber nachzudenken. Im Moment gibt es für die Art der Pflege, die für-einander machen möchte keine echte Alternative zu „unserem System". Damit glauben wir am besten in der Lage zu sein, eine hohe Pflegequalität herstellen zu können und gleichzeitig das anthroposophische Menschenbild für Patienten und Mitarbeiter bei der Arbeit aufrecht erhalten zu können, trotz der vielen Schwankungen denen die ambulante Pflege unterliegt.

Wir handeln unternehmerisch, maximieren jedoch den gesellschaftlichen Nutzen statt des Profits







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